Mitarbeiterwohnungen abgelehnt!

Projekt Mitarbeiterwohnungen und Kulturzentrum abgelehnt

Gemeinsames Vorhaben von Investor und Gemeinde fand im Parlament keine Mehrheit

144 neue Wohnungen für Arbeitskräfte und junge Familien, eine Tiefgarage und ein Kulturzentrum in Eigenregie der Gemeinde Binz – das ist die Idee zu einem Grundstück in der Dollahner Straße gegenüber dem Dünenpark. Dessen Eigentümer und die Gemeindeverwaltung haben dazu ein Konzept erarbeitet. Mittels eines Erwerbermodells solle das 2500 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude nach 30 Jahren in den Besitz der Gemeinde übergehen.

Diese öffentlich-private Partnerschaft (Public-private-Partnership – PPP) könnte für beide Seiten einen Gewinn bringen. Dabei seien drei verschiedene Varianten möglich. Bei jeder zahlt die Gemeinde jährlich eine Summe x und generiert aus der Vermietung der Wohnungen und den rund 270 Parkplätzen Einnahmen. Dabei würde die Gemeinde bei einer Auslastung von 95 Prozent in 30 Jahren 3,4 Millionen Euro erwirtschaften, hieß es. Nun sollte geprüft werden, ob und welche Variante zu realisieren sei und ob Mittel über Förderprogramme für das Vorhaben, dessen Bauherr der Investor ist, eingeworben werden können. Danach könnte eine Entscheidung zum Projekt fallen.

Doch dazu kommt es nicht: Den entsprechenden Beschlussvorschlag zur Vertragsgestaltung und -prüfung zum PPP-Projekt hat die Gemeindevertretung mehrheitlich abgelehnt. Auf ihrer jüngsten Sitzung sprachen sich die Fraktionen Wählergemeinschaft Bürger für Binz (BfB), Wählergruppe „Aus der Mitte“ und der AfD-Volksvertreter dagegen aus, die Fraktionen von CDU, SPD und Linke dafür.

Der rechtskräftige Bebauungsplan sieht auf dem Areal Doppelhäuser mit elf Wohnungen und elf Ferienwohnungen sowie eine Museumsscheune vor. Mit dem neuen Konzept sollten vier Wohngebäude mit je 36 Wohnungen errichtet werden. Die Häuser hätten zwei Geschosse plus Staffelgeschoss und moderne Ein- bis Dreiraumwohnungen. Die kalkulatorische Kaltmiete würde im Mittel über die 30 Jahre bei 9,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Das Kulturzentrum könnte mit Tanzsaal, Klub oder ähnlichem Inhalt wie im Haus der Fotografie in Zingst belebt werden.

„Schon vor fünf Jahren hat uns die Hotellerie ermahnt, Mitarbeiterwohnungen zu schaffen. Nun hätten wir die einmalige Möglichkeit dazu“, sprach sich Helga Holtz (CDU) für die Projektidee aus.

Der könnte Dr. Manuela Tomschin (Aus der Mitte) auch folgen, aber nicht dem Finanzierungsweg. Das Risiko sei für die Gemeinde hoch, wenn die Wohnungen keine Auslastung hätten. „Wir können das Vorhaben weiterverfolgen, aber nicht kommunal in dieser Größenordnung, wir übernehmen uns“, so Tomschin. Die Idee vom Investor sei gut, nur soll auch er sie umsetzen.

Mario Böttcher (BfB) verwies darauf, dass die Gemeinde bereits einen Beschluss gefasst hat, dass auf dem MZO-Gelände in unmittelbarer Nähe ein Parkhaus errichtet werden soll.

„Da es zunächst nur um die Weiterentwicklung eines für den Ort interessanten und wegweisenden Konzepts ging, hat unsere Fraktion dafür gestimmt. Jetzt werden auch dort weitere Ferienwohnungen entstehen“, erklärte Ralf Reinbold (SPD).

Die Auslastung der 954 kommunalen Wohnungen der Wohnungsverwaltung Binz GmbH liege bei 98 Prozent, informierte Geschäftsführerin Heike Schierhorn. Der Kaltmietpreis liegt bei 6,26 Euro pro Quadratmeter.

Quelle: Ostsee-Zeitung 21.11.2019

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